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Das Netz des Wyrd

Web of Wyrd

2010 ging es mir nicht sonderlich gut. Ich hatte meine Arbeitsstelle verloren aufgrund eines Burnouts, meine Ärztin wollte einen IV-Antrag stellen aufgrund meiner psychischen Unbelastbarkeit und ich hatte fast kein Geld, weil ich vorher schon sehr wenig verdient hatte.

Traurig und oft alleine sass ich zuhause, schrieb fleissig Bewerbungen und studierte eigenhändig Psychologie, um ja nicht in die Fänge der IV zu geraten. Ich wollte nicht abhängig werden von einem Staat, dem ich nie Vertrauen entgegengebracht hatte, und ich fand zudem, dass andere solche Sozialleistungen dringender brauchten als ich. Es musste doch einen Weg geben, wie ich mein eigenes Geld verdienen konnte, auch wenn ich anders war als andere, „nicht so belastbar“, wie das System mich betitelte.

Eines Tages kam eine sehr gute Freundin zu Besuch. Sie spürte meine Hilflosigkeit, diese Lethargie, die sich langsam in mir breitmachte, weil ich gezwungen war, die ganze Zeit zuhause zu sitzen und mich krank und schlecht zu fühlen. „Hast Du Sternfaden (Nähgarn) da, Dada?“, fragte sie. „Ja“, antwortete ich, „warum?“ 

„Ich möchte Dir gerne etwas zeigen“, sagte sie. Ich holte also das Nähgarn und, auf ihre Anweisung, einen Kieselstein von der Strasse vor dem Haus. Dann zeigte mir Conquitta, wie man Makramée knüpft. 

Makramée ist eine jahrtausendealte Knüpftechnik, die schon von den den Azteken angewendet wurde. Sie zeigte mir diese Technik ganz absichtlich nicht mit Wachsgarn und Heilsteinen, weil diese wieder Geld gekostet hätten, welches ich ja nicht hatte, sondern mit Materialien, die bereits in meinem Besitz oder gratis zu holen waren.

Bis heute bin ich davon überzeugt, dass Conquitta an diesem Tag mein Leben gerettet hat. Denn ich war wieder zu etwas nutze. Ich konnte mit meinen Händen, ohne Geld, etwas erschaffen, und das Erschaffene bereitete mir und Anderen Freude. 

Erst viel später erkannte ich, dass das Knüpfen auch eine Form der Tiefenmeditation ist, während der sich in mir ein Raum eröffnet, in dem ich ganz in Ruhe meine Gedanken und Gefühle sortieren kann. Wo ich zuvor zu ruhelos war, um von den damals gängigen Meditationstechniken zu profitieren, bot mir das Knüpfen die Möglichkeit, mit meinen Händen zu wirken und trotzdem, Knopf für Knopf, mehr Klarheit und Harmonie in meinem Inneren zu erschaffen.

So, wie die Nornen in der nordischen Mythologie am Fusse des Weltenbaumes Yggdrasil das Schicksal aller Wesen in allen Welten weben, begann ich damals, ein neues Schicksal für mich selbst zu weben. 

Denn dieser Tag vor so vielen Jahren war der Moment, in dem ich meinen eigenen Zugang zur Kreativität wiederentdeckte, und seither war kein Tag jemals wieder so traurig, hoffnungslos oder einsam. Denn von da an konnte ich den nun freigelegten kreativen Kanal nutzen, um meine Gedanken und Gefühle zu sortieren und zu verarbeiten.

Als Dankeschön an Conquitta und ans Leben wird es im Enso Elea der Gnothi Seauton App immer mal wieder Videos geben, die Dich in die Basics verschiedener Kunstformen einführen – natürlich auch unter Anwendung der preisgünstigsten Materialien, mit denen diese kreativen Ausdrucksformen umsetzbar sind.

Wenn Du von mir persönlich die Basics der Makramée-Knüpftechnik erlernen möchtest, bringe ich sie Dir gerne während eines Plaudermonats bei.