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Kintsugi – Die Kunst Von Trauma und Heilung

Von Trauma Und Heilung - In Wu Wei

Im Folgenden beschreibe ich einen Prozess, der im Leben sowieso mit uns allen geschieht; bisher eher unbewusst. Da unsere inneren Prozesse uns immer bewusster werden, wird auch ein bewusster Umgang mit ihnen unumgänglich. Deshalb nehme ich Dich auf eine kleine Reise mit.

Ich habe ein Loch in meinen Räucherstäblihalter gebrannt und dies als Anlass genommen, eine japanische Technik namens Kintsugi zu praktizieren.

Anhand dieser Technik erkläre ich Dir auch gleich, wie Trauma und Heilung in der Matrix meiner Körperlehre funktionieren.

In Japan gibt es eine Religion namens Shinto. Laut dieser Religion ist alles belebt, auch jeder Gegenstand besitzt also eine Seele. Wenn ein Gegenstand Schaden nimmt, wirft man ihn folglichermassen nicht weg, sondern repariert ihn mit ganz viel Liebe – das arme Ding wurde ja schliesslich gerade gebrochen, ergo traumatisiert.

Man setzt sich also hin, und repariert den Gegenstand. Alle Teile, die aufgrund des Bruches nicht mehr vorhanden sind (bei einer Vase zum Beispiel kleinste Splitter), werden durch reines Gold ersetzt.

Denn Ziel dieser Praktik ist die Umsetzung aka Materialisierung folgenden Wissens:

Erst unsere Traumata schreiben unsere einzigartige Geschichte. Wenn wir auf der Erde ankommen, sind wir alle gleich, zumindest innerlich. Erst der Bruch macht uns zu dem, was wir wirklich sind; erst ein Trauma oder eine kulturelle Konditionierung, die im Erfahren der Seele einem Trauma gleichkommt, fördert die Persönlichkeit zutage. Erst der Bruch macht uns einzigartig. Genau so wie den Gegenstand; vor dem Schaden, den er nahm, war er wie alle anderen seiner Art. Nun ist er einzigartig.

Das verwendete Gold steht dabei sinnbildlich für das Licht des Bewusstseins, das erst in uns zu scheinen beginnt, wenn wir verwundet oder gebrochen wurden. Hier im Westen nennen wir dieses Licht Demut.

Schmerz ist ein Teil des Lebens; unser Umgang damit kann aber revolutioniert werden, wenn wir unsere Wertungen loslassen.

Nun aber zum Ablauf (bitte lies hier sinnbildlich auch für Trauma mit, wenn ich Schaden schreibe):

Erst einmal geht es um die Gewahrwerdung des Schadens; nicht wegschauen, auch wenn’s wehtut. Den Selbsthass überwinden, der aufkommt, wenn man etwas Geliebtes aus Unachtsamkeit geschädigt hat.

(Ja, wir alle hassen uns auch ein bisschen selber, weil wir die Welt uns schädigen lassen und uns einreden lassen haben, dass wir nichts wert wären. Es ist an der Zeit, das in uns zu klären, statt diese Erfahrung als Legitimation zu nehmen, um anderen zu schaden. Schaden in der Form von menschlichen Traumata wird laut meinen Studien immer durch die Unachtsamkeit eines anderen Wesens verursacht. Es gibt keine Dämonen; es gibt nur unbewusste menschliche Anteile, die Schaden anrichten.)

Einfach mal sagen: Ja, hier habe ich eine Wunde. Und ich versorge sie jetzt gut, schaue gut zu mir. Passe besser auf mich auf als sonst, denn ich bin ja verletzt. Das ist der erste Schritt; mit dem Schmerz sein. Ja, ich habe Schaden angerichtet bzw mir wurde Schaden zugefügt. Es tut verdammt weh und ich lasse es zu, denn ich vertraue auf meine Stärke, aus den Stücken, in die ich zerfallen bin, ein Meisterwerk zu erbauen.

Ich erlaube mir, den Schmerz zu spüren, ihn auszudrücken, ihn auszuhalten. Ich bin okay damit, nicht okay zu sein. Ich bin Mensch – ich mache Fehler. Ich erlaube mir und anderen, Mensch zu sein und Fehler zu machen – ich vergebe.

Der zweite Schritt beinhaltet, nur noch das Loch zu sehen. Nur noch den Schaden; woher kommt er? Wohin will er? Was bringt er mir bei?

Jeder Schaden ist ein Freund; bis wir uns mit ihm hingesetzt haben, halten wir ihn aber für ein Monster, weil es nicht so angenehm ist, mit diesem Freund abzuhängen.

Mit ihm unsere Zeit zu verbringen, ihn genau zu beleuchten, ihn auszufragen, wie das ein_e 3-Jährige_r mit seiner Mama tut, ist aber das lohnenswerteste, was wir in unserem Leben tun können.

Es kann aber auch gut sein, dass wir einen Schaden erst einmal ein paar Jahre zur Seite schieben müssen, bis wir ihm ins Gesicht schauen können; daran ist absolut nichts auszusetzen! Solange wir uns bewusst sind, dass wir dieses Monster irgendwann noch zu unserem Freund machen dürfen.

Supercalifragilistischexpialigetisch wichtig: Gute Wegbegleiter_innen und / oder Reiseführer_innen sind auf dieser Wegstrecke unabdingbar, damit wir nicht in den Tiefen unseres Unterbewusstseins ertrinken oder während den Gipfelstürmen unseres Egos erfrieren! Dies können Menschen sein, aber auch Tiere oder die Kunst, wie Musik oder Farben.

Als Beispiel bei mir und dem Räucherstäblihalter; ich war verdammt sauer auf mich selbst, weil ich so unachtsam war. Er bedeutet mir wirklich viel, denn ich habe ihn in Bali auf meiner Hochzeitsreise erstanden. Sobald mir aber Kintsugi einfiel, hat es mir paradoxerweise mega Freude bereitet, dass ich das Loch da reingebrannt hatte.

Gleich erging es mir mit meinen Traumata; sobald ich erkannt hatte, dass sie Freunde waren, ergo für mich passiert waren, war ich sehr dankbar für sie.

Denn die Seele oder das Bewusstsein, also der ewige Teil in Dir, kommt in die vergängliche Erfahrung menschlicher Existenz, um genau das zu erleben, was wir als unangenehm empfinden. Es denkt sich vor Eintritt in den Körper: „Ja Mann, geiler Scheiss! Gehen wir mal wieder ins Menschsein, ist immer wieder ein toller Trip da auf der Erde. Gefühle fühlen, Gedanken denken, Spass haben, Leiden um zu Lernen, und dann wieder ab nach Hause!“

Teil der Reise ist halt einfach, dass die meisten das vergessen – ohne das Vergessen wäre dieser Trip hier nämlich nur halb so lustig, weil das Level des Erkennens wegfallen würde.

Nun kommt das Gold in’s Spiel!

Nach genügend Zeit und Raum für das Aushalten des Schmerzes und für die Reflektion des Nutzens meiner Traumata geht’s an das Vergolden meiner Erfahrung.

Bildlich pinsle ich dazu Leim auf das Holz und lege Blattgold darauf. Es dauert ein Weilchen, bis sich das Gold mit dem Holz verleimt hat; genauso dauert es auch ein Weilchen, bis sich im Heilungsprozess die Demut und Dankbarkeit mit dem Unverständnis und dem Selbstmitleid vermischen, bis Erstere Zweitere dann komplett überstrahlen.

Das ist absolut natürlich und richtig so; Achtsamkeit und gute Wegbegleitung sind hier wieder die Schlüsselworte.

An diesem Punkt sieht das Gesamtwerk ziemlich chaotisch aus. Hier braucht es einfach ein wenig Geduld; nachdem man vorher fleissig gefühlt, gelitten, reflektiert und implementiert hat, darf man das Ganze nun ein wenig ruhen lassen. Sich selbst mit Grosszügigkeit begegnen und ein wenig den Weg betrachten, den man bereits gegangen ist. Stolz auf sich sein, dass man bereits so weit gekommen ist.

Auf der nun erreichten Anhöhe scheint ein anderes Licht, das den bisherigen Weg in Gold taucht – man bemerkt: die vorher als Tiefpunkte wahrgenommenen Wegstrecken tragen besonders viel Gold dieses Lichtflusses in sich, so wie die tiefsten Stellen eines Baches das meiste Wasser enthalten.

Yay, das Gold ist mit dem Holz vereint! Nun könnte der Prozess abgeschlossen sein; etwas zerbrach, wurde mit Gold repariert und ist nun ganz.

Sogar ganzer als zuvor, denn durch den Schaden hat es sich evolutioniert, erweitert – ist zu mehr geworden, als es vorher war.

Doch das Leben ist ein zu grosser Künstler, als dass es die Dinge dabei belassen würde: nun wird Deine Wunde zu Deiner Waffe, Deinem Zauberstab, mit dem Du für all jene einstehst, die dieselben Traumata haben wie Du hattest.

Es ist vollkommen egal, wie Du das tust; Du machst es ganz und gar automatisch. Sogar, wenn Du Dir dessen nicht bewusst bist und bis zu Deinem Ende nicht wirst. Denn dieses Wirken ist Dein Ikigai, ist der Schatz, der tief in den Ruinen Deines Inneren schon immer auf Dich gewartet hat.

Du hast die Quelle erreicht, die Muschel gefunden und darfst nun Deine Perle in Empfang nehmen.

Deshalb veredle ich nun den goldenen Fleck auf meinem Räucherstäblihalter mit einem Opal. 

Diese Art von Opalen wird Drachenei genannt, und ich bin im chinesischen Jahr des sowie im Mayazeichen Drachen geboren.

Der Opal ist der Stein der Herrscher; und Jede:r, der seine inneren Drachen in Freunde verwandelt hat, um mit ihrer Hilfe die Seinen zu retten, darf sich wohlverdient König:in nennen.

„Willst Du einen Drachen dressiern, musst Du Dich von ihm fressen lassen. Zerkaun, verdaun, wieder rauspressen lassen. Zu Erde werden, remanifestieren, zurückkommen, seinen Style kopieren. Feuer spucken, Schuppen wachsen lassen, Fliegen lernen, ihm nen Heiratsantrag machen und ihn lieben lernen. Danach gehört er Dir, und falls ihr kämpft, wirst Du gewinnen, denn im Gegensatz zu ihm kennst Du ihn von innen.“ Käptn Peng

Und so schliesst sich der Kreis.